Inklusion

Barrierefreiheit

Bereich

Alle sollen einfach dazugehören können. Oft aber stehen Treppen und bauliche Hindernisse der Teilhabe entgegen. Oft können sich Menschen nur schlecht informieren, weil sie dafür Leichte Sprache oder andere Kommunikationsformen benötigen. Deshalb braucht Inklusion eine umfassende Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen. Auf dieser Seite können Sie sich über unterschiedliche Formen von Barrierefreiheit informieren.

Überblick

Barrierefreie Kommunikationsformen

Jeder Mensch soll frei wählen können, an welcher Veranstaltung er oder sie teilnehmen möchten. Deshalb sollte auch die Kommunikation so barrierefrei wie möglich gestaltet werden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Die Kommunikationsform gehörloser Menschen ist die Gebärdensprache -  eine eigenständige visuelle Sprache. In Deutschland ist es die Deutsche Gebärdensprache (DGS) mit ihren verschiedenen Dialekten. Für die Kommunikation in Gebärdensprache gibt es ausgebildete Gebärdensprachdolmetscher*innen.

Für schwerhörige Menschen gibt es zusätzlich zur technischen Ausstattung mit Höranlagen und Hörhilfen ausgebildete Schriftdolmetscher*innen. Eine weitere Kommunikationsform ist die Unterstützende Kommunikation (UK), zum Beispiel durch Lautsprachbegleitenden Gebärden (LBG). In der Unterstützenden Kommunikation werden die Gebärden der Gebärdensprache verwendet. Sie ist damit eine Kommunikationsform bei eingeschränkter Möglichkeit zur lautsprachlichen Kommunikation, aber auch bei eingeschränkter Fähigkeit, den Inhalt des Gesagten vollumfänglich zu verstehen. 

Taubblinde Menschen kommunizieren über das Lormen. Dabei handelt es sich um ein Alphabet, das durch Berührung in die Handfläche übermittelt wird. Eine weitere Kommunikationsform ist die taktile Gebärdensprache, bei der die Gebärden abgetastet werden. Für taubblinde Menschen gibt es ausgebildete Taubblindenassistenten und -assistentinnen 

Leichte Sprache ist nach der UN-Behindertenrechtskonvention eine Sprache, die Menschen mit Leseschwierigkeiten die Teilhabe an Gesellschaft und Politik ermöglicht. Sie folgt bestimmten Regeln; Grammatik und Wortschatz sind reduziert. So lassen sich Texte verständlicher gestalten und so für mehr Menschen zugänglich machen.

Im Folgenden finden Sie weitere Hinweise, Links und Information zur barrierefreien Kommunikation.

Leichte Sprache

Jeder soll alles verstehen können. Deshalb gibt es die Leichte Sprache. Dazu gehören einfache Worte, kurze Sätze und Bilder. Leichte Sprache unterstützt Menschen, die nicht so gut lesen können. Sie hilft beim Verstehen von Briefen und Texten. Sie macht es leichter, damit alle Menschen die Informationen bekommen, die wichtig sind. 

Auch biblische Texte, Gebete und Gottesdienstentwürfe gibt es in Leichter Sprache (siehe Literaturhinweise unten). Das Vaterunser lautet in Leichter Sprache beispielsweise so:

„Vater unser! Du bist im Himmel.
Dein Name ist heilig.
Dein Reich kommt.
Im Himmel und auf der Erde.
Gib uns Brot für jeden Tag.
Wir tun Böses. Bitte verzeih uns.
Wir verzeihen auch, wenn andere uns Böses tun.
Halte uns fest bei dir.
Und halt uns fern von allem Bösen.
Du allein bist mächtig.
Du allein veränderst die Welt.
Du allein bist wunderbar.
Für immer.

Handreichungen und Internetseiten

Leichte Sprache: Ein Ratgeber

Der Ratgeber ist gemeinsam mit dem Netzwerk Leichte Sprache entstanden. Er enthält im ersten Teil die wichtigsten Regeln für die Leichte Sprache. Zu jeder Regel werden Beispiele gegeben. Im zweiten Teil werden Hinweise für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Treffen und Tagungen gegeben. Im dritten Teil finden Sie Regeln für Leichte Sprache im Internet. Der Ratgeber ist eine Praxishilfe für die Gestaltung von Texten in Leichter Sprache. Mit vielen Beispielen wird gezeigt, wie alle Menschen in Leichter Sprache schreiben können. Die Handreichung eignet sich auch zur Prüfung eines Textes oder zum Verfassen einer Rede in Leichter Sprache.

Hg.: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2014)


Leicht gesagt: Leichte Sprache in der Kirchengemeinde

Die Handreichung der badischen Landeskirche erläutert, warum Leichte Sprache für Kirchgemeinden wichtig ist. Sie gibt Beispiele für Gebete in Leichter Sprache. Sie zeigt an Beispielen die Übertragung biblischer Texte und betont die Wichtigkeit des Singens in Leichter Sprache. Die Broschüre geht außerdem auf die Öffentlichkeitsarbeit ein. Sie zeigt, wie Texte für Schaukästen und für den Internetauftritt in Leichter Sprache gestaltet werden können.

Hg.: Evangelische Landeskirche in Baden


Leichte Sprache: Eine Handreichung für die Praxis.

Die Handreichung richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ämtern und Institutionen. Sie will dabei unterstützen, Texte in Leichter Sprache zu verfassen. Im ersten Teil der Handreichung werden verschiedene Fragen zur Entstehung und zum Ziel Leichter Sprache beantwortet. Als Zielgruppe werden neben Menschen mit Lernschwierigkeiten auch Menschen mit einer Demenzerkrankung, funktionale Analphabeten und Menschen mit geringen Deutschkenntnissen genannt. Der zweite Teil der Broschüre erläutert die Regeln für Leichte Sprache. Im dritten werden Hinweise gegeben, wie bspw. amtliche Briefe und Informationen in Leichte Sprache übertragen werden können.

Hg.: Fachstelle Interkulturelle Öffnung/AWO Kreisverband Jena-Weimar e.V. (2017)

Biblische Texte und Informationen in Leichter Sprache

Verschiedene Kirchen, Projekte und Personen arbeiten an der Übertragung biblischer Texte in Leichte Sprache und geben Informationen in Leichter Sprache.

Die Website „Hurraki“ beinhaltet ein Online-Wörterbuch für Leichte Sprache. Auf den Seiten des Projektes werden Begriffe in der gesamten Breite eines Lexikons in Formulierungen in Leichter Sprache übertragen. Neben der Wortsuche steht auch eine Recherche nach Kategorien zur Verfügung. https://hurraki.de/wiki/Hauptseite
Der Deutschlandfunk bietet einen Wochenrückblick in einfacher Sprache https://www.nachrichtenleicht.de. Im Radio wird er freitags nach den Nachrichten um 20 Uhr gesendet.
Die Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bietet einen guten Überblick über die Regeln und die Anwendung von Leichter Sprache. Außerdem finden sich dort noch viele weitere Informationen.
https://www.gemeinsam-einfach-machen.de/GEM/DE/AS/Leuchttuerme/Ratgeber/Ratgeber_LS/Regeln/regeln_node.html

Praxisbeispiele

Leichte Sprache – Das ist der Kirchentag

Das Info-Heft ist in Leichter Sprache geschrieben. 

Hier gibt es Informationen über den Kirchentag. 

Das Info-Heft gibt Antworten auf viele Fragen. Zum Beispiel: 

- Was ist der Kirchentag? 

- Was ist beim Kirchentag wichtig? 

- Warum gibt es den Kirchentag? 

Mit dem Info-Heft können Menschen den Kirchentag kennenlernen. Sie erfahren: 

- Welche Themen gibt es beim Kirchentag

- Welche Veranstaltungen gibt es in Leichter Sprache?

Das Heft lädt ein: Selbst zum Kirchentag zu fahren.

Hg.: Deutscher Evangelischer Kirchentag (2019)

Literaturhinweise

  • Christian Schwarz; Jochen Arnold (Hrsg.): Gottesdienste zum Elementaren Kirchenjahr und zu den Kasualien in Leichter Sprache, Gütersloh : Gütersloher Verlagshaus, 2019.
  • Anne Gidion; Jochen Arnold; Raute Martinsen (Hrsg.): Leicht gesagt! Biblische Lesungen und Gebete zum Kirchenjahr in Leichter Sprache, Hannover: Lutherisches Verlagshaus, 2013.
  • Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e.V. (Hrsg.): Leichte Sprache, Die Bilder. Lebenshilfe Bremen. Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013.

Barrierefreie Internetseiten

Viele Informationen, mit denen wir uns im Alltag beschäftigen, haben wir aus dem Internet. Auch Menschen mit Behinderung möchten das Internet selbständig nutzen und sich über die verschiedensten Themen im Internet informieren. Aus diesem Grund ist die Gestaltung einer barrierefreien Website eine Grundvoraussetzung. Hier finden Sie einige Links zur Gestaltung von barrierefreien Internetseiten.


Aktion Mensch

Die Internetseite von Aktion Mensch informiert über die Vorteile von digitaler Barrierefreiheit. Es gibt einen Schnelltest für die eigene Website, unter anderem mit folgenden Punkten: Schrift und Kontraste, Bildtexte, Formular etc.

www.einfach-fuer-alle.de/vorteile-barrierefreie-website

 


BIK für alle

Das Projekt ‚BIK für Alle‘ wurde von 2015 bis 2018 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert, um für barrierefreie Webangebote zu sensibilisieren und die Einhaltung entsprechender Standards voranzubringen. Die Website enthält unter anderem auch Leitfäden und Hilfen zur Umsetzung von Barrierefreiheit.

www.bik-fuer-alle.de

 


Stiftung barrierefrei kommunizieren

Die Seite „Stiftung barrierefrei kommunizieren“ enthält ebenfalls einen Schnelltest, mit dem getestet werden kann, ob die eigene Website barrierefrei gestaltet ist.

www.stiftung-barrierefrei-kommunizieren.de/unsere-arbeit/schnelltest/

Barrierefreie Veranstaltungsplanung

Damit Veranstaltungen von allen Menschen selbständig besucht werden können, muss bereits bei der Planung und Vorbereitung auf Barrierefreiheit geachtet werden. Es gibt dazu zahlreiche Checklisten und Handreichungen. Nachfolgend finden Sie eine kleine Auswahl:

 

Handreichungen und Internetseiten

Mit dieser Handreichung und Checkliste sollen Verantwortliche und Ausführende im Bereich Veranstaltungsplanung und -durchführung ein Instrument erhalten, um eine Veranstaltung barrierefrei anbieten zu können. Neben dem Versuch, einen Überblick zum derzeitigen Stand zur Herstellung von Barrierefreiheit bei Veranstaltungen zu geben, fließen in diese Handreichung viele Jahre Erfahrung mit der barrierefreien Veranstaltungsplanung und -durchführung ein.

 

 

 

Netzwerk Kirche inklusiv

Das Netzwerk Kirche inklusiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland stellt einige wichtige Informationen bereit: eine Checkliste inklusiver Veranstaltungen, eine Übersicht zur Planung inklusiver Veranstaltungen, einen Barriere-Checker und eine Handreichung zur Planung barrierefreier Veranstaltungen.

www.netzwerk-kirche-inklusiv.de/zugaenge-eroeffnen/veranstaltungen-barrierefrei-gestalten.html

 

 

Bundesfachstelle Barrierefreiheit

Eine Checkliste als Hilfestellung bei der Planung von Veranstaltungen. Diese kann auch online ausgefüllt werden.

Checkliste barrierefreie Veranstaltungen

 

Aktion Mensch.

Aktion Mensch stellt ebenfalls Dokumente zur Gestaltung von barrierefreien Veranstaltungen zur Verfügung, mit der Checkliste: „So wird Ihre Veranstaltung barrierefrei“.

www.aktion-mensch.de/inklusion/bildung/impulse/barrierefreiheit/barrierefreie-veranstaltungen.html

 

 

Praxisbeispiel

  • Kennzeichnung aller Veranstaltungen auf Landesebene der Evangelischen Jugend in Sachsen

Bauen

Barrierefreies Bauen

Freier Zugang für alle ist besonders für Räume und Gebäude wichtig. 

Barrierefreie Gebäude ermöglichen mehr persönliche Mobilität, unabhängige Lebensführung und Teilhabe am kirchlichen und gesellschaftlichen Leben. 

Bei  bestehenden Gebäuden und  jedem geplanten Umbau oder Neubau gilt es deshalb, Zugangshindernisse und –barrieren zu entdecken, zu beseitigen oder bei baulichen Maßnahmen zu vermeiden. 

In Deutschland ist die Grundlage für  das Barrierefreie Bauen und Planen die Grundnorm DIN 18040. Ziel dieser Norm ist die Barrierefreiheit von Gebäuden und Anlagen, damit sie ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und zu nutzen sind (nach § 4 BGG Behindertengleichstellungsgesetz). 

Dabei sollen die unterschiedlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden von Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung, mit Einschränkung in der Beweglichkeit (mit oder ohne Hilfsmittel und Rollstühle), Kleinwüchsige, Menschen mit eingeschränktem Denkvermögen, Kinder und Erwachsene mit Kinderwagen sowie ältere Menschen.


Internetseiten

nullbarriere.de/din18040-1.htm

www.din18040.de

www.dguv.de/barrierefrei/grundlagen/gesetze/standards/din18040/index.jsp

 

 

 

Teilen Sie diese Seite